Wie wirke ich auch in Krisensituationen authentisch?

09. Februar 2016. Wir lieben Authentizität. In einer Welt, in der wir jeden Tag mit Bildern und Videos bombardiert werden, die durchgestylt, inszeniert, nachbearbeitet, aufgehübscht und glattpoliert worden sind, ist es geradezu erholsam etwas zu sehen, was den Menschen oder die Wirklichkeit zeigt wie sie ist.Über die große Bedeutung von Authentizität und wie man  als Unternehmenssprecher authentisch wirkt, schreibt Senior-Berater und Medientrainer Christoph Schmale.

 

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SAPs riskante PR-Strategie
18. September 2015. Bei einem lebensgefährlichen Unfall Anfang Juli verlor SAP-Chef Bill McDermott sein linkes Auge. Zweieinhalb Monate später präsentiert ihn das Unternehmen gesund und voll handlungsfähig mit einem exklusiven persönlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das manager magazin berichtet aktuell ausführlich über die angewandte Strategie des medialen „Befreiungsschlags“, bei der McDermott und SAP die vollständige Deutungshoheit über den Vorgang behalten. Ein Restrisiko für die Glaubwürdigkeit von SAP bleibt aber dennoch.
Du sollst nicht lügen …

20. Februar 2015. … zumindest nicht gegenüber der Presse. Auf diese Erkenntnis verständigten sich jetzt führende Compliance-Officer deutscher Großkonzerne. In einem bemerkenswerten „Kodex für die Medienarbeit von Unternehmen“ verlangt der Arbeitskreis Corporate Compliance im Umgang mit Medien, insbesondere beim Kontakt mit Journalisten und bei der Anzeigenbuchung, Wahrhaftigkeit, Wahrung der Unabhängigkeit sowie die Trennung von Redaktion von Werbung.

 

Demnach dürfen Unternehmen nicht einzelne Medien oder Journalisten wegen einer früheren oder zu erwartenden kritischen Berichterstattung von allgemeinen Presseterminen ausschließen. Auch verwahrt man sich gegen Beiträge, die Mitarbeiter in Foren, Bewertungsportalen oder Blogs hinterlassen, ohne diese als Unternehmensäußerung kenntlich zu machen.

 

Wichtiges Detail: Diese Forderungen sollen auch für Dritte gelten, die von den Firmen im Rahmen der Medienarbeit beauftragt wurde!

Was sind die TV-„Aufregerthemen“ bei Lebensmitteln?

18. Februar 2015. Das Ergebnis: Wenn es um kritische Beiträge geht, steht die Frage nach der Gesundheit von Produkten ganz oben an. Es folgen Berichte über vermeintliche Verbrauchertäuschung, Missstände in der Tierhaltung sowie durch Keime oder „Umweltgifte“ belastete Lebensmittel.

 

Für das Jahr 2014 wertete Engel & Zimmermann insgesamt 316 Beiträge quer über alle Fernseh-Sender und -Formate in Deutschland aus – von „Abenteuer Leben“ auf Kabel 1 bis „ZDFzeit“, Wiederholungen nicht mitgezählt. Das Fazit ist für die Nahrungsmittelindustrie und den Lebensmittelhandel ernüchternd: Zwar stehen Warenkunde und Qualitätschecks – und damit ein in der Regel sachlicher Fokus – mit 53 Beiträgen an erster Stelle der Berichterstattung. In der Gesamtheit dominieren jedoch die schlagzeilenträchtigen Themen: So folgt gleich auf dem zweiten Platz die Frage nach der Gesundheit von Lebensmitteln (30 Beiträge), die häufig mit der nachgeschobenen Warnung vor „krank machenden“ Lebensmitteln einher ging.

 

Weitere Informationen zur Auswertung sowie die Top 5 der „Aufreger-Themen“ finden Sie hier.

Kommentar: Hysterie statt Fakten – i. A. der guten Sache

17. Februar 2014. Das investigative TV-Format „Panorama“ kommt in einem sehenswerten Beitrag seiner Sendung vom Donnerstag  (13. Februar) zu einer bemerkenswerten Erkenntnis: NGOs skandalisieren und dramatisieren Testergebnisse, um Aufmerksamkeit zu erwecken. Damit, so der Beitrag, würden Organisationen wie Stiftung Warentest, ADAC oder der BUND mit der Angst der Verbraucher spielen und Hysterie provozieren, wo Fakten zu ganz anderen Ergebnissen kämen.

 

Unzählige deutsche Unternehmen können davon schon lange ein Lied singen, nur zugehört hat ihnen bislang keiner. Da werden von Verbraucherschützern Grenzwerte nach eigenem Gusto festgesetzt, Risiken überhöht und Schäden vermutet, wo tatsächlich keine sind – und die Medien greifen es dankbar auf. Natürlich im Auftrag der guten Sache und mit Opfern, die ja sowieso stets nur die eigenen Interessen im Auge haben: Unsere Wirtschaft. Gut, dass sich Panorama nun der Sache angenommen hat…

 

Den Panorama-Beitrag finden Sie hier.