Legal Reputation Management im Fokus

Poster_IP-Tea16. März 2015. Die Rechtsprechung im gewerblichen Rechtsschutz – insbesondere in den Bereichen Patentrecht, Markenrecht, UWG und Lebensmittelrecht – hat in jüngster Zeit einige Neuerungen gebracht, auf die sich Unternehmen einstellen müssen, etwa beim so genannten Recht auf vergessen werden. So lud die Kanzlei CMS Hasche Sigle an ihrem Standort Düsseldorf kürzlich zum IP Tea (von intellectual property = geistiges Eigentum), um Strategien zum Schutz von Marke und Reputation eines Unternehmens aufzuzeigen.

 

Während die Rechtsanwälte Dr. Heike Freund (gewerblicher Rechtsschutz) und Philippe Heinzke (Datenschutzrecht & Recht der IT-Sicherheit) einem Überblick über die neuere Rechtsprechung gaben, oblag es Sybille Geitel von Engel und Zimmermann als Gastreferentin, die „Macht von Meinungsmachern“ zu beleuchten: Unter dem Titel „Wie NGOs und Medien Unternehmen vor sich hertreiben – und wie Sie dem begegnen“ zeigte sie auf, wie professionell und kampagnenfähig Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen mittlerweile agieren und wie Firmen es schaffen können, verloren geglaubtes Terrain bei der Medienarbeit zurückzuerobern.

 

Über CMS: Als starke Wirtschaftssozietät in Deutschland innerhalb des Internationalen CMS-Verbunds entwickelt CMS Hasche Sigle regelmäßig interessante Veranstaltungsformate rund um die Themenkomplexe „Recht“ und „Steuern“.

„Das kann den Ruin bedeuten“: Produkterpressung als Risikofaktor in der Lebensmittelbranche

29. September 2014. Jeder HerstHorst A. Palgen_TREU ASSeller oder Händler lebt vom Vertrauen seiner Kunden. Die Lebensmittelbranche, aber auch die Pharma- und Kosmetikbranche sind dabei aufgrund Ihrer Nähe zum Konsumenten besonders angreifbar. Ein solcher Angriff ist beispielsweise eine Produkt-erpressung, die für das betroffene Unternehmen eine besonders schwere Krisensituation darstellt – sei es, dass Unbekannte ankündigen, Lebensmittel, Spirituosen oder Zigaretten zu vergiften, Sprengsätze in Elektrogeräten zu platzieren, Kosmetika mit Pflanzenschutzmitteln zu versetzen, Glassplitter unter Babynahrung zu rühren oder gar komplette Produktlinien zu sabotieren.

 

Wie ein gut funktionierendes Risikomanagement bei Produkterpressungen aussehen sollte, erläutert im Interview mit Engel & Zimmermann Horst A. Palgen, Geschäftsführer der TREU ASS Assekuranzmakler GmbH, die als Teil der Artus Gruppe zu den führenden unabhängigen Versicherungsmaklern in Deutschland zählt.

 

Das Interview finden Sie hier.

Kartellrechtsverfahren in der Lebensmittelbranche

27. August 2014. Zucker, Bier und jetzt auch Wurst: Immer wieder gerät die Lebensmittelbranche wegen Kartellverfahren in ein unerwünschtes mediales Rampenlicht. Welche Risikofaktoren kartellrechtliche Verstöße begünstigen und was man aus den jüngsten Kartellverfahren lernen kann, erläutert Dr. Dietmar Rahlmeyer, Kartellrechtsexperte der Kanzlei CMS Hasche Sigle, im Interview.

 

Das Interview finden Sie hier.

Wirkungslose Shitstorms?

Laut einer aktuellen Studie müssen Unternehmen kaum befürchten, in Folge von Shitstorms messbare wirtschaftliche Einbußen oder einen Glaubwürdigkeitsverlust zu erleiden. Der geneigte Praktiker könnte ein solch plakatives Umfrageergebnis allerdings auch als wirkungsvolles PR – Instrument des Studienautors interpretieren. Denn bei genauerer Betrachtung offenbart die Umfrage Schwächen.

PR-mäßig hat die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) als Herausgeber alles richtig gemacht – zahlreiche Medien und Blogs verbreiteten die vermeintliche Sensationsnachricht meist unkommentiert. Doch: Es ist ärgerlich und fatal für die gesamte Kommunikationskultur der deutschen Wirtschaft, wenn in Folge der breiten, unreflektierten Berichterstattung sich diejenigen wieder ein Stück weit bestätigt sehen, die schon immer für Verschlossenheit gegenüber der Öffentlichkeit, für Arroganz gegen über Kunden und für Rückwärtsgewandtheit gestanden haben.

Es hapert schon an der Basis

An der Studie muss vor allem die mangelnde Repräsentativität kritisiert werden: Von 28 ausgewählten Shitstorms wurden mit zehn Teilnehmern Leitfadeninterviews geführt. Dies mag dem mangeln den Rücklauf oder einem zu kurzen Zeitraum geschuldet sein; zu wissenschaftlichen Erkenntnissen darf eine derart kle ine Basis aber nicht reichen. Befremdlich auch die Auswahl der Unternehmen: Analysiert wurden nur 28 Shitstorms, über die in den On line-Ausgaben der sechs größten überregionalen Tageszeitungen berichtet worden war und die damit eine „bestimmte Wahrnehmungsschwelle“ erreicht hätten. Man kann sich allein schon darüber trefflich streiten, ob Online-Ausgaben als klassische Medien gelten können; viel angreifbarer ist allerdings die eigenwillige Definition eines Shitstorms und damit die Art der Stichprobe, die die Übertragung auf die Grundgesamtheit zumindest anzweifelbar macht. Unternehmen, Institutionen und Menschen, die teils gewaltige Shitstorms zu überstehen hatten, ohne dass in den klassischen Medien großberichtet worden wäre, werden sich ärgern. Zugegeben, viel zu oft und viel zu leicht wird heute jedes laue Lüftchen im Web als Shitstorm bezeichnet – doch neben diesen Aufregern sind es doch zu mindestens gleich großem Anteil jeweils Resonanzkrisen mit klassischen Medien als Wirkverstärker und Reputationskrisen, bei denen eben die sozialen Medien auf kritische Berichterstattungen aufspri ngen.

Verstörendes Fazit

Hinzu kommt ein Anreizproblem: Befragt worden sind Verantwortliche der Unternehmenskommunikation – sie dürften ein natürliches, berufsmäßiges Interesse daran haben, möglichst keine negativen Aussagen zu produzieren. Folgt man dem Denkmuster, müssten Unternehmen ja eigentlich auch „klassische“ Kommunikationskrisen ignorieren – befragte Pressesprecher würden sicher auch hier selten und offen wirtschaftlichen Schaden im Nachgang einräumen. Viele der untersuchten Unternehmen gelten zudem als Musterbeispiele für richtige Krisenkommunikation – gerade sie können also kaum ihre eigene Arbeit schlecht machen wollen. Weiter befanden sich unter den ausgewählten Unternehmen Namen wie Gema, Schufa und ARD, die perse relativ unabhängig von der öffentlichen Meinung sind. Sieht man sich beispielhafte Antworten der Interviewpartner an (PR – Magazin 05/2014), so wird deutlich, dass allenfalls davon gesprochen werden kann, den Sprechern der betroffenen Unternehmen fehlt es schlicht an aussagekräftigen Erhebungen zum tatsächlichen Schaden: „Ich kann aus eigener Sicht den Schaden eher als einen gefühlten kurzweiligen Imageschaden bezeichnen“ oder „die Abverkaufszahlen können schon gelitten haben [… ], aber messbar ist das an dieser Stelle nicht “ heißt es dort. Der Rückschluss der Umfrage – Autoren, Shitstorms würden tatsächlich (messbar) keine Schäden verursachen, dürfte also eigentlich so nicht fallen und scheint doch sehr übereifrig. In der On- wie Offline-Welt ist Reputation – und um die geht es doch in erster Linie – schwer zu messen oder beziffern. Interessanter und aussagekräftiger wäre aber immerhin etwa eine fundierte Analyse von Umsatzzahlen in der Folge von Krisen gewesen. Und: Laut Umfrage reagierten die meisten Unternehmen mit einer Anpassung ihrer Krisenplanung oder gar einer Restrukturierung ihrer Krisenabteilungen – seltsam, wenn Shitstorms doch keine Auswirkungen haben sollen…

Der Blick in die Glaskugel

Wenige Unternehmen geben im Rahmen ihrer Kommunikationsstrategie wirtschaftliche Einbußen nach Krisen zu oder können sich in die Karten schauen lassen, so wie prominent zuletzt die katholische Kirche nach Tebartz van Elst, Burger King Deutschland nach der Wallraff-Reportage oder der ADAC nach dem Manipulationsskandal. Den noch weiß jeder, der mit Kommunikation befasst ist, dass Angriffe auf die Reputation, gleich welcher Art, immer auch Auswirkungen auf Zahlen haben. Auch wenn die Folgen einer kommunikativen Krise nicht immer so dramatisch ausfallen müssen, Geld kostet es immer. Wie teuer es werden kann, hängt von der Unternehmensgröße, der Unternehmensstruktur und der Tätigkeit sowie dem bisherigen Image des Unternehmens ab. Niemand weiß, was sich aus vielen lauen Lüftchen entwickeln hätte können, wenn aufmerksame Unternehmen nicht gut reagiert hätten. Und keiner vermag auszusagen, wie viele potenzielle Neukunden sich von kritischen Stimmen im Web von der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung abschrecken lassen.

Schnellschüsse wirken offenbar

Mit Studien in Sachen Social Media wird eben bisweilen etwas zu schnell geschossen – ein weiteres Beispiel ist die aktuelle Umfrage „Unternehmen im Social Web sparsam“. Von news aktuell und einer PR-Agentur nach der Größe ihrer Spendings befragt, nannten Presseabteilungen auf Platz eins die klassische Pressearbeit, gefolgt von Homepage, Veranstaltungen und visueller Kommunikation. Erst auf dem fünften Rang folgte Social Media-Kommunikation. Blogs, Social Media-Monitoring und Social Media-Team wurden später aber als eigene Positionen genannt – obwohl sie doch eigentlich Bestandteil der Social Media-Kommunikation sein müssten. Kein Wunder also, dass Social Media-Kommunikation für sich allein genommen so vermeintlich wenig Beachtungfindet. Umso mehr dann allerdings natürlich die „überraschende“ Umfrageaussage…

Weiterführende Infos:
Studie der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation:
http://www.macromedia-fachhochschule.de/news-details/datum/2014/5/mhmk-studie-ueber-empoerungswellen-in-sozialen-netzwerken-bislang-kaum-wirtschaftliche-schaeden-durch.html

Unternehmenskrise im Internet: Darksites & Co.

2. April 2014. Seit Anfang Januar Michael Schumacher nach einem Skiunfall im künstlichen Koma liegt, besteht die Homepage des ehemaligen Formel 1-Fahrers nur noch aus einer Seite mit einigen Sätzen des Dankes an die Fans. Statt bunten Farben dominieren zurückgenommene Braun- und Gelbtöne. Die bunte Welt der Formel 1 mit ihren Werbeaufklebern und Fahnen, den Kommerz mit Mützen, Shirts und Tassen sucht man unter www.michael-schumacher.de vergebens. Die sogenannte DARKSITE ist alles, was zu sehen ist – und es ist davon auszugehen, dass dies auch noch so bleibt, bis sich Schumachers Zustand bessert.

 

Im Fall einer Krise ist die DARKSITE das letzte Mittel der Wahl. Denn egal, ob man in München, London oder Los Angeles eine Internet-Adresse eingibt, das Ergebnis bleibt meist gleich: Es erscheint die DARKSITE, die verbergen soll, was sonst an dieser Stelle zu sehen ist. Sie ist die letzte Eskalationsstufe, die Ultima Ratio innerhalb der verschiedenen Möglichkeiten, wie im Krisenfall mit der eigenen Internetpräsenz umgegangen werden sollte – denn alle Inhalte, Rubriken etc. sind für die Nutzer nicht mehr greifbar.

 

Welche weiteren Mittel es für Unternehmen gibt, Informationen in Krisenzeiten auf der eigenen Homepage zu präsentieren, lesen Sie hier.