01.06.2011 – Klarheit und Wahrheit? Strategien im Umgang mit dem Onlinepranger

„Klarheit und Wahrheit“ will eine von der Bundes­regierung finanzierte und von den Ver­brau­cher­zen­trale Hes­sen betriebene Inter­net­seite kri­ti­schen Ver­brau­chern künf­tig bie­ten. Kein Pran­ger soll die Seite sein, ver­spre­chen die Betreiber, wohl aber ein Forum, das den „Graubereich zwi­schen Rechtsver­stoß und Täuschung“ kri­tisch unter die Lupe neh­men will. Dieser „Graubereich“ wird frei­lich inzwi­schen maßgeblich geprägt von Ver­brau­cher­schützern und Nicht­regierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, denen gel­tendes Recht oft ein­fach nicht weit genug geht. Das Gesetz ist das eine, die Moral das andere – und letztere bean­spru­chen die Ver­brau­cher­schützer als selbst berufene Anwälte der Kon­sumen­ten aus­schließlich für sich. Eine faire Behand­lung, so muss man ver­mu­ten, kann die Lebens­mit­tel­indus­trie von „Lebens­mit­tel­klarheit.de“ nicht erwar­ten. Wie also umge­hen mit der Her­ausforde­rung „Klarheit.de“?

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„Schließen Sie sich zusammen. Las­sen Sie es nicht zu, dass die Lebens­mit­tel­indus­trie ständig an den Pran­ger gestellt wird – und in Deckung geht, statt sich zu ver­teidigen“, rät Peter Engel von der Agen­tur Engel & Zimmermann wäh­rend einer Informa­ti­ons­ver­anstal­tung zu dem neuen Por­tal den Ver­tre­tern der Indus­trie. Zwar böte das Inter­net eine Menge Chan­cen in der Kom­mu­nika­tion mit dem Ver­brau­cher, aber gerade die Risiken müss­ten noch stärker beach­tet wer­den. Ein Unter­neh­men müsse wis­sen, was über seine Pro­dukte im Inter­net geschrie­ben werde und vor­be­rei­tet sein auf Kampagnen, die geeig­net sind, das Image nach­hal­tig zu schädigen. Des­halb sei eine tragfä­hige Inter­net­strategie unerläss­lich, um künf­tig im Kampf um die öffent­li­che Mei­nung nicht wei­ter an Boden zu ver­lie­ren.

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