Wenn der Pressesprecher zu laut klatscht

08. März 2016. Der Bundes­jus­tizmi­nis­ter Heiko Maas (SPD) hat es mit einem eigent­lich belang­lo­sen Vor­gang in die Schlagzeilen geschafft: In der Talk­show „Anne Will“ hat sein Pres­se­spre­cher zu laut und zu oft nach den State­ments sei­nes Chef geklatscht.

 

Die­ses soge­nannte „Anklat­schen“ ist bei Talk­shows mit Publikum völ­lig normal. Genauso normal, wie das „Warm-Up“ vor der Sendung, bei dem die Regeln erklärt und das Klat­schen geübt wird. Einige Gäste kommen gleich mit einem gan­zen Tross von Anhän­gern (Ortsver­band!), um sich die akus­ti­sche Unter­stützung zu sichern. Denn wenn einige klat­schen, dann klat­schen meis­tens auch die ande­ren mit. Hier ist das Fin­ger­spitzen­gefühl der Redak­tion gefragt, um auf ein mög­lichst aus­ge­gli­che­nes Publikum zu ach­ten. Wenn aber dem Pres­se­spre­cher das Fin­ger­spitzen­gefühl fehlt und die Modera­torin sich genö­tigt sieht, die­sen direkt anzu­spre­chen, dann geht der Schuss nach hin­ten los. Danach wollte keiner mehr für den Jus­tizmi­nis­ter klat­schen. Und auf die Schlagzeilen am Folge­tag („Nur einer klatscht für Heiko Maas“) kann jeder Pres­se­spre­cher getrost ver­zich­ten. Es kommt also wie so oft auf die Dosierung an.