Checkliste: Was tun bei einer Erpressung?

Ver­gif­tete Baby­nahrung: Ein Alp­traum für alle Eltern – und Unter­neh­men. Auch sie kön­nen zum, wenn auch finanzi­el­len, Opfer wer­den, sollte eine Erpressung da­hin­terste­cken. In Ravensburg ist hierzu aktuell ein Mann ange­klagt, der ver­sucht haben soll, Super­märkte zu erpres­sen. Der Fall in Fried­richshafen am Boden­see hatte im Herbst 2017 für Auf­merk­samkeit gesorgt: Der Mann hatte von den betroffe­nen Super­märk­ten 11,75 Mil­lio­nen gefordert.

Erpressun­gen bzw. Erpressungsver­su­che sind zwar nicht die Regel in Unter­neh­men, stel­len jedoch erhebli­ches Krisen­po­tenzial dar. Gerade des­we­gen ist in einem sol­chen (Aus­nahme-) Fall ein umsich­tiges Vor­ge­hen nötig. Die Brisanz der Situa­tion und die (potenzi­elle) Gefähr­lichkeit eines Erpres­sers kön­nen nur Exper­ten realis­tisch einschät­zen. Daher gilt in sol­chen Fäl­len grund­sätzlich:

  • Neh­men Sie jegli­chen Erpressungsver­such ernst.
  • Informie­ren Sie die Polizei – auch wenn der Erpres­ser von Ihnen ver­langt, dies nicht zu tun.
  • Ver­pflich­ten Sie Mit­arbei­ter, die Kennt­nis haben, zum Stillschweigen.
  • Hal­ten Sie den Kreis der Ein­geweih­ten so klein wie mög­lich.
  • bei Medi­en­anfra­gen: Spre­chen Sie sämt­li­che Aus­sa­gen und State­ments vor der Wei­ter­gabe an die Presse mit der Polizei ab.

Beim Ein­gang eines Erpres­serschreibens oder Droh­an­rufs soll­ten mög­lichst viele Hinweise gesammelt und sicherge­stellt wer­den. Folgende Informa­tio­nen soll­ten mindes­tens vor­lie­gen:

  • Auf wel­chem Wege – Tele­fon, Brief, E-Mail – ist die Erpressung erfolgt?
  • Wann und bei wem (Name/Abtei­lung) ist die Nach­richt ein­gegan­gen?
  • Bei Anruf: Wer war der Erpres­ser (siehe Form­blatt)?
  • Ist ein bestimm­tes Pro­dukt von der Erpressung betroffen?
  • Wel­che Forde­run­gen wer­den gestellt (Geld­summe, Über­gabe, …)?
  • Wurde die Polizei bereits informiert?

Dar­über hin­aus ist zu beach­ten:

  • umge­hende Spuren­si­cherung: Erpres­serschrei­ben nicht anfas­sen, sondern idealerweise mit einer Pinzette in eine Klar­sichthülle legen.
  • Liste mit Per­so­nen erstel­len, die mit Brief in Berührung gekommen sind.
  • bei Droh­an­ru­fen: Gespräch direkt mög­lichst wortge­treu pro­tokollie­ren
  • bei Fax oder E-Mail: Sende­ken­nung/Absen­der nicht beschädigen; E-Mail sichern und aus­dru­cken.