Mehr als Lifestyle: Marken auf Social Media in Zeiten von Corona

Über­prüfen Sie jetzt in der Corona-Krise wie Sie mit Ihren Marken auf Social Media kom­mu­nizie­ren. Klingt abwegig? Ist es nicht! Die meis­ten Unter­neh­men sind längst auf einen Infek­ti­ons­fall im Betrieb vor­be­rei­tet und haben intern auf ver­schärfte Hygie­ne­re­geln hingewie­sen, ein Corona-Moni­toring ist ein­ge­rich­tet. In diesem Zusammen­hang lohnt es sich, die Redak­ti­ons­pläne für Social Media zu eva­lu­ie­ren. Denn egal ob auf Facebook, Ins­tagram, xing und Linked In – die Inhalte für Postings in den Sozialen Netz­werken ste­hen übli­cherweise schon mehrere Monate im Vor­aus fest. Oft wer­den die Kanäle nicht von der Kom­mu­nika­ti­ons­ab­tei­lung selbst, sondern von der inter­nen Marke­ting­ab­tei­lung oder exter­nen Agen­turen betreut. Damit sind sie häufig vom Kri­sen­stab abge­kop­pelt – und der dreht sich schon seit Wochen nur noch um ein Thema: Corona.

Aus­flugs­tipps ad acta legen

Marken, die jetzt anläss­lich des Frühlings­anfangs zum Genießen der ers­ten Son­nen­strah­len im Park, einem Osterfest im Kreis der Fami­lie oder einem gesel­ligen Abend mit Freunden auf­ru­fen, wer­den nicht sel­ten mit einem Shits­torm abge­straft. So gesche­hen an einem der letz­ten Wochen­enden bei einem deut­schen Süß­wa­ren­her­stel­ler: Pas­send zum Start der öster­rei­chi­schen Aus­gangs­sper­ren, repos­tete er auf sei­nem Ins­tagram-Acco­unt ein Pro­duktfoto vor Alpen­pan­orama. Der Auf­ruf dazu lau­tete: „Ab geht’s in die Berge!“. Der Auf­schrei der Fol­lower war groß, der Bei­trag ist mit­tlerweile wieder gelöscht. Auch, sich öffent­lichkeits­wirk­sam über die Krise zu belus­tigen, kommt nicht gut an: Das hat die­ses Mal auch Marke­ting-Rebell True Fruits ver­standen und ver­hält sich ruhig.

Geht gut: sich von gesellschaft­li­chen Wer­ten lei­ten las­sen

Also alle bis­her geplan­ten Bei­träge strei­chen, den Kopf in den Sand ste­cken und gar nichts mehr kom­mu­nizie­ren? Nein, denn für die meis­ten Bei­träge kann im Einzelfall ent­schieden wer­den, ob sie noch sinn­voll sind. Zusätzlich zeigt sich in der aktuel­len Corona-Krise besonders, dass Marken- und Pro­dukt­kom­mu­nika­tion auch abseits von Life­style-The­men auf Social Media funk­tio­nie­ren. Der besonders stark betroffene Lebens­mit­tel­einzelhandel macht es vor: So beantwor­tet dm-Geschäfts­füh­rer Chris­toph Wer­ner im Ins­tagram-Interview drän­gende Fra­gen der Kunden. Auch unter #für­ein­ander gibt es Tipps für das rich­tige Ver­hal­ten im Markt. Lidl ruft unter #su­per­helden zu einem Mal­wett­bewerb für Kinder auf. Sie kön­nen sich auf diesem Wege bei ihren Helden des Corona-All­tags bedanken. Und ganz unabhängig von der eige­nen Marke beweist Mer­cedes, wozu eine Social Media-Reich­weite von insge­samt 50 Mil­lio­nen Fol­lowern in Corona-Zei­ten gen­utzt wer­den kann: Ratschläge zum Thema Hygiene, Tipps für ver­antwor­tungs­volles Ver­hal­ten mit Risiko­grup­pen und Reposts von Gesundheits­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Es gilt: sich nicht als Pro­fi­teur der Krise fei­ern, sondern Soli­darität mit Betroffe­nen zeigen. Denn in einer Krise wie dieser kommt es mehr denn je auf gesellschaft­li­che Werte wie Soli­darität, Gemeinschaft und Zusammenhalt an. Das kön­nen Unter­neh­men und Marken auch in Zei­ten von Corona über ihre Social-Media Kanäle zeigen.