Von einzelnen Infektionsherden zur globalen Pandemie: Krisenprävention und -kommunikation in der Corona-Krise

Seit Ende Februar die Zahl der Corona-Infek­tio­nen in Nord­italien nach oben geschnellt ist, ver­brei­tet sich das Virus rasend schnell in Europa, aber auch in ande­ren Teilen der Welt außer­halb Asi­ens. In den ers­ten Tagen war die Sorge der Unter­neh­men ins­be­sondere, dass der eigene Betrieb im Zusammen­hang mit Corona-posi­tiven Mit­arbei­tern genannt wird und das Renommee der Marke lei­den könnte. Aber der Schwer­punkt der Krisen­präven­tion und -kom­mu­nika­tion ver­lagert sich zuse­hendes. Denn je mehr die Zahl der Infizier­ten zunimmt – und davon ist derzeit aus­zuge­hen-, desto weniger wer­den noch einzelne Unter­neh­men im Fokus ste­hen.

Was bedeu­tet das für die Kri­sen­kom­mu­nika­tion?

  1. In der exter­nen Kom­mu­nika­tion geht es vor allem darum keine Feh­ler zu machen, Empa­thie und Dialogbereit­schaft zu demons­trie­ren, aber auch glaubhaft mit Maß­nah­men zu untermauern, dass die Gesundheit der Mit­arbei­ter wirk­lich hohe Priorität genießt. Solange die Ent­scheidungs­träger den Empfeh­lun­gen der Behör­den Folge leis­ten, sind sie auch kom­mu­nika­tiv auf der siche­ren Seite.
  2. Hoch­sensi­bel ist die interne Kom­mu­nika­tion in die­sen Tagen. Die Nervo­sität der Men­schen wird wei­ter steigen und ent­spre­chend wich­tig ist es, dass Rundmails, Aus­hänge und Intranet-Bei­träge die eige­nen Mit­arbei­ter errei­chen und beruhigen. Wie groß die Angst ist zeigen Bei­spiele aus den ver­gan­ge­nen Tagen. Es gibt Unter­neh­men, in denen Des­in­fek­ti­ons­mit­tel gestoh­len oder Kolle­gen stigma­ti­siert wer­den, die mit Schnup­fen in die Arbeit kommen. Mehr denn je ist es daher wich­tig Zeit und Sorgfalt auf die interne Kom­mu­nika­tion zu legen. Unter­neh­men müs­sen das Gefühl ver­mit­teln, die Dinge im Griff zu haben, ohne zu ver­harm­lo­sen, und sich ernsthaft den Sorgen ihrer Mit­arbei­ter anneh­men.
  3. Neben der kom­mu­nika­tiven Dimen­sion ste­hen gerade pro­duzierende Unter­neh­men vor einer wei­te­ren Her­ausforde­rung: Lässt sich die Lieferfä­higkeit auch dann noch sicher­stel­len, wenn sich die Lage wei­ter zuspitzt? Wenn die Handels­partner anfra­gen gilt es auch hier umfas­send dar­zule­gen, was im Sinne des Infek­ti­ons­schut­zes und der Krisen­präven­tion alles getan wird.

Täg­li­che Neu­bewer­tung der Maß­nah­men

Die Ver­brei­tung des Coro­navirus stellt die gesamte Welt vor komplett neue Her­ausforde­run­gen. Für die Pandemie gibt es kaum Blau­pau­sen und Check­lis­ten, die in der Kri­sen­kom­mu­nika­tion nach Schema F abge­arbei­tet wer­den müs­sen. Umso wich­tiger ist es intel­ligent und situa­tiv zu handeln und jeden Tag die eigene Kom­mu­nika­ti­ons­st­rategie und Maß­nah­men­pla­nung neu zu bewer­ten.